Meine Zeit bei den Frauen der HT München war geprägt von einem: dem unbedingten Willen, als Team zu bestehen — oft gegen vermeintlich stärkere Gegner. Angefangen hat es auf einem Abstiegsplatz in der Bayernliga, geendet hat es zweieinhalb Jahre später als Tabellendritter der Regionalliga.
Als ich die Mannschaft übernahm, war die Ausgangslage alles andere als komfortabel: Das Team stand auf einem Abstiegsplatz, und ich wusste nicht, ob ich die nächste Saison eine Landesliga- oder Bayernliga-Mannschaft trainieren würde. Dass wir am Ende im Spitzenfeld landeten, macht diesen Weg rückblickend noch besonderer.
Mir war von Anfang an klar, worauf es ankommt — und das habe ich damals auch so gesagt: Die langfristige Entwicklung der Spielerinnen steht über allem und ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg. Genau daran haben wir zweieinhalb Jahre lang gearbeitet.
Diese Mannschaft hatte ein besonderes Talent für Überraschungen. Ob der bemerkenswerte 39:22-Derbyerfolg beim TSV Ismaning oder der kaum erwartete 36:31-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Forst United — immer dann, wenn alle uns abgeschrieben hatten, zeigten die Frauen ihr wahres Gesicht.
Was diese Truppe ausgezeichnet hat, war die geschlossene Mannschaftsleistung. Es war oft schwer, einzelne herauszuheben — weil alle ihren Teil zum Erfolg beigetragen haben. Genau das ist für mich die Essenz von Handball: 14 Spielerinnen, ein Wille.
„Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert. Wir wollten den Zuschauern und uns selbst beweisen, dass wir es können."
Besonders in Erinnerung bleibt die Aufstiegsrunde: Als Schlusslicht ins Rennen gegangen, bewies das Team mit einem 31:28 gegen den Spitzenreiter, dass es völlig zu Recht in diesen Play-offs stand. Eine Willensleistung, auf die ich bis heute stolz bin.
Der Abschied war geplant
Im November 2024 habe ich das Amt an meinen bisherigen Co-Trainer Fabian Wagner übergeben — mitten in einer guten Saison, das Team stand als Dritter der Regionalliga da, nach Minuspunkten sogar auf Rang zwei. Für Außenstehende kam das überraschend, für uns beide nicht: Wir hatten schon länger darüber gesprochen, dass er mehr Verantwortung übernehmen soll.
„Ich gebe ganz normal den Staffelstab weiter, das war schon so geplant, nicht explizit, aber implizit." — Andreas Fehrenbach im Interview zur Übergabe
Eine Mannschaft weiterzugeben, während es läuft, ist mir lieber, als sie abzugeben, wenn es nicht mehr läuft. Und dass der Nachfolger aus dem eigenen Trainerteam kommt, ist für die Spielerinnen die ruhigste Variante — genau das meine ich mit Kontinuität.
Pressestimmen
Der Münchner Merkur hat diese zweieinhalb Jahre von Anfang bis Ende begleitet:
Götsch hört auf — Neuer Coach für HT-Frauen
Andreas Fehrenbach ist im Verein ein gut bekannter Handball-Fachmann
„Diese langfristige Entwicklung der Spielerinnen steht über allem und ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg.“
HT-Damen beweisen Willenskraft
Bayernliga-Aufstiegsrunde: Fehrenbach-Team begeistert bei 31:28-Sieg
„Das war ein Klasse-Teamerfolg und eine bemerkenswerte Willensleistung. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“
Grandioser Derby-Sieg der HT-Damen
Handballerinnen aus dem Hachinger Tal gewinnen beim TSV Ismaning 39:22
„Es war eine wahnsinnig geschlossene Mannschaftsleistung, bei der man niemanden herausheben kann und darf.“
Beste Saisonleistung zu Fehrenbachs Abschied
31:30 gegen den ESV Regensburg II im hochklassigen Regionalligaspiel
„Jede einzelne Spielerin hat ihren Teil beigesteuert. Ich bin unglaublich dankbar, dieses tolle Team begleitet zu haben.“
„Keine spontane Bauchentscheidung“
Interview: Deshalb übergibt Trainer Andreas Fehrenbach die HT-Frauen an Fabian Wagner
„Ich bin 60 und mein Co-Trainer Fabian Wagner soll mehr Verantwortung übernehmen. Das hat sich dann so ergeben.“
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