2009 eine PV-Anlage aufs Dach zu setzen, war kein cleverer Trend, sondern früh, teuer und ein bisschen mutig. Die Module waren damals noch echte Kostenfaktoren, die Technik ist nach heutigen Maßstäben längst überholt. Und trotzdem: Es war eine der besten Entscheidungen, die ich technisch und finanziell getroffen habe.
Early Mover: Wer zuerst geht, zahlt drauf — aber bekommt auch die besten Konditionen, solange sie gelten. Meine Anlage ist der Beweis: veraltete Technik, aber eine Förderung, von der heutige Anlagen nur träumen können.
📐 Die Anlage in Zahlen
Der nüchterne Blick auf das, was 2009 aufs Dach kam:
| Baujahr | 2009 — zu Preisen, von denen man heute nur noch träumt. |
|---|---|
| Module | 43× Schüco SPV 175 SMS, Gesamtleistung 7,53 kWp. |
| Wechselrichter | 2× Schüco (SGI 4000 & SGI 2000) — nach heutigen Maßstäben nicht mehr zeitgemäß, aber zuverlässig. |
| Investition | rund 36.000 € (2009) — inklusive Solarthermie. |
💰 Warum sich Early Mover ausgezahlt hat
Der eigentliche Clou steckt nicht in der Technik, sondern in der Förderung, die es 2009 dafür gab. Zwei Zahlen machen den Unterschied:
- 43,01 ct/kWh Einspeisevergütung — garantiert über 20 Jahre, unabhängig vom Marktpreis.
- 25,01 ct/kWh Eigenverbrauchsbonus — zusätzlich für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde.
Mit dieser Kombination war die Anlage bereits im sechsten Jahr komplett abbezahlt — Investition, laufende Kosten und steuerliche Förderung eingerechnet. Seitdem, also seit über zehn Jahren, läuft sie als reiner Gewinn und trägt spürbar zu unserem Energiebedarf bei.
⚙️ 17 Jahre, kein Ausfall
Das eigentlich Bemerkenswerte ist nicht die Rendite, sondern die Zuverlässigkeit: Seit der Installation lief die Anlage ohne eine einzige Wartung und ohne einen einzigen Schaden. Noch heute liefert sie regelmäßig über 7.000 kWh im Jahr — bei Technik, die zum Zeitpunkt der Installation schon nicht mehr das Neueste war.
☀️ Die Sache mit der Solarthermie
Ehrlich muss man auch das sagen: Zusätzlich zur PV-Anlage habe ich 2009 eine Solarthermie-Anlage aufs Dach gesetzt. Einen spürbaren oder messbaren Effekt auf den Energieverbrauch hat sie in all den Jahren nie gehabt.
Rückblickend: Aus heutiger Sicht hätte ich den Dachplatz der Solarthermie lieber für weitere PV-Module verwendet. Aber so ist das als Early Mover — man macht selten alles richtig, und trotzdem bleibt unterm Strich ein erfolgreiches Projekt.
🔭 Was kommt nach 2029?
Ende 2029 läuft die Förderung aus. Wenn die Anlage dann weiter zuverlässig produziert — wonach es nach 17 störungsfreien Jahren aussieht — steht die hohe Einspeisevergütung nicht mehr zur Verfügung, und ich muss neu denken.
Eines ist für mich schon jetzt klar: Ein Speicher wird kommen. Mein aktueller Favorit ist Sigenergy mit integriertem Notstromaggregat und bidirektionalem DC-Laden — aber bis 2029 ist noch Zeit, und der Markt bewegt sich schnell. Es lohnt sich zu warten und den richtigen Moment abzupassen, statt vorschnell zu investieren.
Der beste Zeitpunkt für eine PV-Anlage war vor 17 Jahren. Der zweitbeste ist heute.